Ohne Drängeln – Rund Vilm 2022

„PhöniX“ lässt sich von der eigenen Shore Crew vor der Insel Vilm ablichten.

„Wir sollten mal wieder bei der Regatta „Rund Vilm“ mitsegeln.“, meinte Henrik vor kurzem zu mir. „War doch immer eine nette Veranstaltung“. Kurzerhand wurde die ‚PhöniX‘ (eine Albin Express) als das Boot der Wahl auserkoren, da ‚Boreaden‘ so kurzfristig noch nicht fertig war.

Auch wenn die Anreise aus Stralsund etwas weiter ist und der Wind am Freitag doch recht stark aus Ost geblasen hat, hat Henrik die Anreise gleich als Familienausflug genutzt und für die zeitnah folgenden Rügen-Rudder-Teilnehmer den ersten Streckenabschnitt ausgecheckt.

Am Samstag haben dann wurde dann das Boot regattaklar gemacht. Dank einer Schwimmhausmieterin, konnten wir sogar etwas Gepäck und den Motor unterm Vordach ablegen. Bei dem leichten Wind wollten wir auf jedes unnötige Gewicht verzichten.

Bei der Steuermannsbesprechung um 11:30 wurde dann nochmal ausdrücklich auf die touristische Ausrichtung der Regatta hingewiesen. Soll heißen, kein Drängeln an den Tonnen, erzwingen des Wegerechts am Start um lange Protestverhandlungen im Anschluss zu vermeiden. Man merkt auch an der Meldeliste, dass die Vielzahl der Teilnehmer eher einheimische Segler sind.

Dann ging es raus aufs Wasser. Da der Wind viel weniger war, als angesagt und auch in der Richtung etwas unvorhersehbar war, wurde wie gewohnt links herum gesegelt. Wobei jedoch die Tonne Lauterbach ausgelassen werden sollte. Am Start war wirklich wenig Wind und es wurde ein klarer Spistart mit Steuerbordbug. Wir waren in der ersten Startgruppe und kamen gleich gut weg, dicht gefolgt von der Hiddensee ‚Deja Vu‘. Die schnellere Gruppe startete 10 min nach uns.

Nach dem Raumschotkurs folgte ein guter Anlieger von Tonne 3 auf 2 und dann ein Amwindkurs auf Tonne Vilm. Da konnten wir uns dann doch etwas von der Hiddensee absetzen. Die 5 YS-Punkte Differenz waren anfänglich nicht richtig spürbar.

Die MX-35 ‚forty-two‘ segelte die ganze Zeit mit dem Code 0 und hatte auf Tonne Vilm zwar gut Speed, konnte zuerst die Höhe nicht halten. Da der Wind auf dem Schlag allerdings immer weiter von Süd auf Ost drehte, kamen sie auch mit dem Code an der Tonne an und es brachte ihnen einen deutlichen Vorteil, gegenüber den Booten mit Genua. An Tonne Vilm waren wir 4. Schiff nach der ‚forty-two‘, dem ‚Teeboot‘ und der ‚Intoxication‘.

Es folgte eine Wende und ein unspektakulärer spitzer Halbwindkurs. Auf dem Schenkel überholten uns der Nacra 17 mit Marc und seinem Kapitän. Auch die ‚Glasperle‘ kam immer weiter auf. An Tonne Reddevitz ging dann endlich wieder der Spi hoch, auch wenn es noch recht spitz war. Das setzte uns auch wieder etwas von der ‚Glasperle‘ ab, denn sie zögerten lange, fuhren sogar noch weiter Höhe raus.

Vor uns konnte die ‚forty two‘ zwar den Vorsprung durch den Code 0 gegenüber dem ‚Teeboot‘ noch halten, es schien aber auf dem Vorwindkurs spannend zu werden, ob der Vorsprung ausreichend sein würde. Das ‚Teeboot‘ hatte durch den Genaker dann doch das deutlich größere Vorsegel. Das Segeln vorbei an Muglitz wurde jedoch auch unter Spi zu einer echten Hängepartie. Ständig sind wir in ein Flauteloch gefahren. Der Wind hat wieder deutlich abgenommen und von hinten schienen die Boote mit etwas mehr Wind aufzukommen. Kurz vorm Ziel hat das ‚Teeboot‘ dann noch noch die Führung übernommen und somit als schnellstes Kielboot das Blaue Band bekommen.

Nach einer Halse haben wir dann auch die Hafeneinfahrt und damit das Ziel passiert. Danke an die Zielmannschaft für den Applaus, auch wir hatten ein gutes Gefühl, so weit vorne zu sein. Wir erreichten kurz vor 16 Uhr nach knapp 3h Segelzeit das Ziel. (Ergebnisse hier)
Da später der Wind noch weiter einschlief und wie angesagt 17 Uhr das Ziel schließt, haben leider nicht alle das Ziel erreicht.

Bei der Siegerehrung, sehr gutem Essen mit Spanferkel und Musik machte allerdings niemand den Eindruck, sich darüber zu ärgern. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung und der Yachtclub Putbus war sichtlich bemüht, den Seglern einen schönen Abend zu bescheren.

Danke an die Organisatoren und den Teilnehmern der 32 Yachten.

Mark Schröder

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