Der Samstag stand ganz im Zeichen der Regatta. Bei der Steuermannsbesprechung gab es zunächst eine kleine Überraschung: Aufgrund der vorhergesagten Leichtwindbedingungen wurde aus der traditionellen Regatta „Rund Stubber“ kurzerhand „Rund Vilm“. Zum Glück hatte der Vilm-Kurs bereits im Juni als Trainingsrevier gedient – zumindest theoretisch wusste also jeder, wo es langgeht.

Pünktlich um 13:00 Uhr fiel der Startschuss. Bei östlichem Wind wartete ein Vorwindstart auf das Feld – eine Disziplin, die immer wieder ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringt. Das asymmetrische oder symmetrische Vorwindsegel genau zum richtigen Zeitpunkt zu setzen und gleichzeitig auf der Startlinie nicht den Anschluss zu verlieren, gelang den kleineren Booten zunächst etwas besser als den klassischen Dickschiffen.
Anschließend ging es mit drehendem und in der Stärke stark schwankendem Wind Richtung Lauterbach. Da lediglich der Vilm sowie die Tonne 1 des Fahrwassers nach Lauterbach an Backbord zu runden waren, bot der Kurs reichlich taktische Möglichkeiten. Wirklich begrenzt wurde die Routenwahl nur durch den Tiefgang.

Dann zeigte der Wind seine launische Seite. Was sich bis dahin bereits über das Revier verteilt hatte, fand sich auf Höhe Lauterbach plötzlich wieder auf wenigen hundert Metern zusammen. Der Wind verabschiedete sich zeitweise nahezu vollständig und sorgte dafür, dass das Rennen auf Höhe Lauterbach praktisch noch einmal von vorne begann. Während die ersten Boote bereits auf der Kreuz unterwegs waren, segelten nur wenige Bootslängen daneben andere noch unter Spi oder Gennaker. Für Zuschauer ein beeindruckendes Bild, für die Crews eine seltene Gelegenheit, ihre Taktik komplett neu auszurichten.
Als der Wind schließlich wieder einsetzte, gelang es der Albin Express Lost SoXX am schnellsten, den neuen Wind zu nutzen und sich entscheidend vom Feld abzusetzen. Die Verfolger nahmen zwar sofort die Aufholjagd auf, konnten den Vorsprung bis ins Ziel jedoch nicht mehr entscheidend verkürzen. Auf der abschließenden Kreuz Richtung Seedorf sorgten zahlreiche Winddreher noch einmal für Spannung und einige Positionswechsel. Trotz einer starken Aufholjagd ließ sich die Albin Express Lost SoXX den berechneten Gesamtsieg nicht mehr nehmen. Die Albin Express HOTFIX sicherte sich Rang zwei, gefolgt von der Grenada 31 ADE2 auf Platz drei. [Alle Ergebnisse hier]

Nach dem Zieldurchgang wurde der Regattatag beim Hafenfest in Seedorf ausgewertet. Traumhaftes Sommerwetter, anspruchsvolle Leichtwindbedingungen und ein Feld, das unterwegs einmal komplett neu gemischt wurde, sorgten für eine rundum gelungene Veranstaltung. Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren, die Wettfahrtleitung und alle Helfer für einen gelungenen Regattatag.
Mit diesem gelungenen Regattatag hat die Regattawoche einmal mehr gezeigt, dass nicht immer viel Wind nötig ist, um spannende Wettfahrten zu erleben.
Lars Lifson







