Frischer Wind in Güstrow für die GJA

Am vergangenen Wochenende machte sich ein Teil der Jugendgruppe der GJA auf den Weg nach Güstrow, um am 15. Güstrower Einhandpokal / Sommerregatta teilzunehmen. Mit vier ILCA 4 und fünf Optimisten im Gepäck ging es bei frischem Wind Richtung Inselsee Güstrow. Die Anreise verlief aufgrund zahlreicher Baustellen etwas holprig, doch gegen 19 Uhr war schließlich auch der letzte Trailer auf der Zeltwiese angekommen. Dank der tatkräftigen Unterstützung aller Beteiligten waren Boote und Zelte schnell aufgebaut, sodass gegen 21 Uhr alles für den ersten Regattatag vorbereitet war.

Immer wieder ein großes Geraffel mit dem Riesengefährt.

Für gleich drei unserer ILCA-Seglerinnen war es die erste Regatta in der neuen Bootsklasse. Entsprechend turbulent begann der Samstagmorgen – hier wurde noch getüftelt, aufgebaut und die eine oder andere Frage geklärt. Die Opti-Segler gingen dagegen deutlich entspannter in den Tag und konnten ihre größere Bootserfahrung ausspielen.

Bei der Steuermannsbesprechung wurde noch einmal ausdrücklich auf das viele Kraut im See hingewiesen, bevor es aufs Wasser ging. Um 11 Uhr fiel bei rund 14 Knoten Wind aus Nordwest der erste Start. In den Böen wurden allerdings bis zu 20 Knoten gemessen. Schon vor dem Start sammelte Emilia im ILCA ihre erste Kentererfahrung. Auf der Regattabahn zeigte sich schnell, dass der von Wald umgebene See seine ganz eigenen Herausforderungen bereithielt: drehende Winde, überraschende Böen und Flautenlöcher im Uferbereich verlangten den Seglerinnen und Seglern vieles ab.

Super Serie gesegelt. Lysander auf dem Güstrower Inselsee.

Bei den Opti B erwischte Lysander einen hervorragenden Auftakt und belegte im ersten Rennen Platz zwei. Nach einer weniger erfolgreichen zweiten Wettfahrt – dem späteren Streicher – gewann er das dritte Rennen souverän und ging als Gesamtzweiter in den Sonntag.
In der Opti-A-Klasse segelten Aurelia und Liesbeth eine solide Regatta, vermutlich ihre letzte im Optimisten. Zwar wäre am Start und in der Konzentration auf der Bahn noch etwas mehr möglich gewesen, große Fehler unterliefen ihnen jedoch nicht. Martin und Helena, die noch vergleichsweise wenig Regattaerfahrung besitzen, meisterten die anspruchsvollen Bedingungen ebenfalls sehr ordentlich.

Übung macht den Meister.

Bei den ILCA bewies besonders Nele großes Durchhaltevermögen. Trotz mehrerer Kenterungen konnte sie das letzte Rennen zwar nicht beenden, verlor dabei aber nie ihre gute Laune. Aemilia und Paula segelten dagegen konstant im Bereich der Plätze neun und zehn.

Nach den anstrengenden Wettfahrten tat der Nachmittag an Land allen gut. Bei gemeinsamem Essen, entspannten Gesprächen und etwas Erholung wurden die Kräfte für den zweiten Regattatag gesammelt.

Der Sonntag begrüßte die Teilnehmer mit noch mehr Wind: durchschnittlich 18 Knoten, in Böen sogar bis zu 28 Knoten. Entsprechend groß war die Anspannung. Lysander wollte seine Spitzenplatzierung verteidigen, während viele andere dem Starkwind mit gehörigem Respekt begegneten. Schon vor dem ersten Start kenterten zahlreiche Boote im Feld der rund 90 Optimisten und 16 ILCA. Vom Motorboot aus hatten die Trainer zeitweise alle Hände voll zu tun, den Überblick zu behalten. Umso erfreulicher war es, dass alle GJA-Segler ihre Boote nach jeder Kenterung eigenständig wieder aufrichten konnten und keine fremde Hilfe benötigten.

Schön zu sehen, welchen Vorteil ein Start auf der richtigen Seite bringt – sogar zu schnell für die Kamera.

Lysander spielte seine Starkwindqualitäten aus und gewann beide Wettfahrten am Sonntag. Damit sicherte er sich souverän den Gesamtsieg bei den Opti B. Auch Aurelia fühlte sich bei den Bedingungen sichtlich wohl und kämpfte sich bis auf den 24. Platz nach vorne. Liesbeth, Martin und Helena behaupteten ihre Platzierungen, auch wenn sie nach einzelnen Kenterungen verständlicherweise etwas enttäuscht über verlorene Plätze in den einzelnen Wettfahrten waren.

Die ILCA-Seglerinnen hielten ebenfalls tapfer durch. Bis auf Aemilia kenterten alle gefühlt unzählige Male – teilweise begleitet von erheblichen Mengen Seegras im Masttop. Emilia musste die letzte Wettfahrt nach mehreren Kenterungen leider aufgeben, sammelte aber ebenso wie ihre Teamkolleginnen wertvolle Erfahrungen für die kommenden Regatten.

Das Endergebnis konnte sich dennoch sehen lassen: Lysander gewann die Opti-B-Wertung und durfte sich nicht nur über ein neues SUP freuen, sondern auch über den Wanderpokal sowie einen glitzernden Siegerpokal für die heimische Vitrine. Helena erreichte einen starken 11. Platz, Martin übertraf mit Rang 13 von 45 Teilnehmern seine eigenen Erwartungen. In der Opti-A-Klasse belegte Aurelia Platz 24 und Liesbeth Platz 28 von 43 Booten. Bei den ILCA segelte Aemilia auf Rang 9, direkt gefolgt von Paula auf Platz 10. Emilia erreichte trotz des Ausfalls in der letzten Wettfahrt noch Platz 13, Nele belegte Rang 15 von 16 Booten.

Super Greifswalder Teamleistung in Güstrow.

Am Ende waren alle zwar müde und geschafft, aber vor allem glücklich. Jeder einzelne hat sich den anspruchsvollen Bedingungen gestellt, wertvolle Erfahrungen gesammelt und die GJA hervorragend vertreten.

Ein herzliches Dankeschön gilt den Organisatoren der Regatta, unseren Kindern für ihren Einsatz und ihr Durchhaltevermögen, den Eltern für die großartige Unterstützung sowie den Trainern Nora und Frank.

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